Vom Passo de Jama führt eine kleine Piste hinunter zur Grenzstation nach
Bolivien. Seit kurzem kann man hier auch gleich die Zollpapiere für das Auto
erhalten und muss nicht mehr in das 80 km entfernt auf über 5000m liegende
Zollbüro fahren. Ein paar Pisten-km weiter liegt hinter dem

Eingang zum
Nationalpark am Vulkan Licancabur die Laguna Verde. Wir hatten scheinbar nicht
das richtige Wetter, denn so richtig grün hat sich die Lagune nicht gefärbt,
schön sah es trotzdem aus. Bis zum Nachmittag ging es durch die Berge zur Lagune
Chalviri. Hier speist eine Thermalquelle ein kleines

Becken, in dem man den
Staub des Tages abspülen kann. Nach der Übernachtung ging es weiter auf der
schlechter werdenden Piste zur

Laguna Colorada. Eigentlich kann man nicht von
einer Piste sprechen, denn meist gibt es mehrere parallel verlaufende Spuren
und meist sind sie gleich schlecht. Mit abgesenktem Reifendruck geht es oft im
ersten Gang über holprige Steine, durch tief ausgefahrene Spuren, durch losen
Sand oder über extreme Wellblech-Piste und immer mit einer großen Staubfahne,
die oft schneller ist, als das Auto. Gut, das unser Bulli viel Bodenfreiheit
hat, denn manchmal wird es ziemlich eng. Die gesamte Strecke liegt auf

Höhen
zwischen 4300

und fast 5000m.
Im letzten halben Jahr sind wir viel durch
großartige einsame Gebirgsgegenden gefahren. Seit die Lagunen-Route als eine
der Traumstraßen der Welt vermarktet wird, scheint hier der Teufel los zu

sein.
Wir sind kaum auf dem Aussichtspunkt an der Lagune Colorada angekommen und
haben bei einem ersten Spaziergang das einmalige Farbenspiel der Lagune
bestaunt, da stehen auch schon 20 Tour-Jeeps mit Touristen neben unserem Auto.
Das ist schon ungewohnt für uns. Glücklicherweise sind die 2 Stunden später
alle wieder weg und wir haben die Lagune wieder für

uns allein. Das Salzwasser
der Lagune

leuchtet in unterschiedlichen Rot-Tönen zwischen den weißen Salzflächen.
Tausende von Flamingos filtern kleine Krebstierchen aus dem Wasser, am Ufer
grasen Lamas und Vecunias. Einfach unglaublich. Wenn man das gesehen hat,
vergisst man die Strapazen der Fahrt. Ursprünglich

wollten wir weiter bis Uyuni
fahren, aber das wären rund 500km Piste gewesen. Wir sind etwas über 100km bis
hier her gefahren und haben die Highligth der Strecke gesehen. So geht es am
nächsten Tag wieder an dampfenden

Fumaolen und

beeindruckenden Bergen vorbei, zurück
zum Thermalbad. Hier oben war eigentlich jede Nacht kalt, aber diese stellt
dann doch einen neuen Rekord auf. Am Morgen, bei aufgehender Sonne sind es -15
°C
im Auto. Gut, dass wir den Wasserkessel voll in den Schrank gestellt
haben, sonst hätte das Frühstück noch warten müssen. Ja, und der Bulli will
einfach nicht anspringen. Das Reinigen des völlig verstaubten Luftfilters nützt
auch nichts, -15° bei 4500m Höhe und

eisiger Wind sind wohl doch zu viel. Wir
wollen nicht auf die Wärme warten und lassen uns kurz

anschleppen. So geht es
ohne weitere Probleme zurück zur bolivianischen Grenze. Von dort hätten wir,
wie wir später erfahren, eigentlich wieder 2500m runter nach San Pedro fahren
müssen, um das Einfuhrpapier für das Auto zu bekommen. Und dann wieder 2000m
hoch zum Jama-Pass, um dieses dann an der Grenze nach Argentinien wieder
abzugeben. Unser Spanisch ist wohl doch nicht so gut, denn so hatten wir es auf
unsere ausdrückliche Nachfrage beim Zoll nicht verstanden. Der Zöllner hatte
aber ein Einsehen und hat uns die 160km nicht wieder zurück geschickt( dafür
hätte unser Diesel auch nicht gereicht und eine Tankstelle gibt es erst auf der
anderen Seite in Argentinien).
Endlich wieder ein paar phantastische Bilder von Euch.
AntwortenLöschenSchöne Osterfeier Tage in Südamerika
sendet Euch Eckard.